Stream in die Zukunft

Darsteller präsentiert sein VR Seminar live bei OnPoint Studios

Die Welt sieht Mitte des Jahres 2020 ganz anders aus als noch vor einem Jahr. Damals, im Hochsommer, gab es keine Angst, in öffentliche Verkehrsmittel zu steigen, und keine Gedanke daran, eine Maske zu tragen. Eine Maske zu tragen, reichte damals schon aus, um zum Lachen und sogar zum Spott einzuladen.

Die Auswirkungen des Lockdown waren in der Welt des Sports schnell und deutlich zu spüren. Die wohl größte Veränderung war die Verschiebung der Olympischen Spiele von 2020, die in Tokio stattfinden sollten. Die deutsche Bundesliga, eine der führenden Fußballligen der Welt, beschloss die letzten neun Spiele hinter verschlossenen Türen stattfinden zu lassen. Die deutsche Eishockey-Liga DEL schloss die Saison und die Basketball-Bundesliga beschloss, die letzten zehn Spiele an einem neutralen Ort ohne Fans zu beenden. Außerhalb Deutschlands sagten die Organisatoren des führenden Tennisturniers der Welt, der Wimbledon-Meisterschaft, dieses Spiel ab, und die Premier League, das Äquivalent der britischen Bundesliga, wurde zwischen März und Juni unterbrochen und begann wieder hinter verschlossenen Türen.

Auch in der Profi-Welt gab es eine Reihe von Absagen. Hier in Deutschland wurde der diesjährige ITB Berlin-Kongress in letzter Minute abgesagt. Rund 10.000 Aussteller und mehr als 113.500 Veranstaltungsbesucher waren zu diesem Live-Event der weltweiten Reise- und Tourismusbranche eingeladen. Und das Internationale Journalistenfestival, das jedes Jahr im April in Perugia stattfindet, wurde zum ersten Mal abgesagt. Bislang sind die Auswirkungen auf der ganzen Welt spürbar – im März listete die LA Times weitere neunzehn internationale Veranstaltungen auf, darunter den Mobile World Congress in Barcelona, den Internationalen Autosalon in Genf sowie den Adobe-Gipfel und Magento Imagine in Las Vegas, die abgesagt wurden.

Die finanziellen Kosten all dieser Absagen werden entsetzlich sein. Es werden direkte Kosten für die stornierten Veranstaltungsorte, Hotels, Tickets und Flüge anfallen. Aber die Verluste werden sich indirekt auf die Unternehmen auswirken, die von solchen Veranstaltungen profitierten. Ein Beispiel dafür wären Restaurants, Geschäfte und Hotels in der Nähe der geplanten Veranstaltungsorte, die nun mit einem noch nie dagewesenen Einnahmeausfall rechnen müssen. Die von PredictHQ an Recode übermittelten Zahlen prognostizierten einen Verlust von über 1,1 Milliarden Dollar durch die Absage von zehn Technologiekonferenzen im Jahr 2020. Diese Zahl, schrieben Rani Molla und Shirin Ghaffary, „[…] deckt lediglich die Verluste für Fluggesellschaften, Hotels, Restaurants und Transportanbieter, die normalerweise mit den Einkäufen der Teilnehmer Geld verdienen würden“.

Die Autoren fuhren fort: „Rund 480 Millionen Dollar – der größte Verlust – entstanden durch die Absage des Mobile World Congress, der im Februar in Barcelona mehr als 100.000 Teilnehmer empfangen sollte. Es folgt der SXSW, eine Technologie-, Musik- und Filmkonferenz in Austin, die im vergangenen Jahr etwa 280.000 Teilnehmer hatte und deren angekündigte Absage zu direkten Verlusten in Höhe von 350 Millionen Dollar führen könnte […]. Die Konferenz der Spieleentwickler, eine Veranstaltung mit 30.000 Teilnehmern, die für März geplant war, aber verschoben wurde, könnte Verluste in Höhe von $129 Millionen verursachen. Bei E3 wird der direkte wirtschaftliche Verlust auf 75 Millionen Dollar geschätzt. Google I/O, eine Entwicklerkonferenz mit 5.000 Teilnehmern, hat einen geschätzten direkten Verlust von fast 20 Millionen Dollar“.

Online gehen

Viele Konferenzen sind dazu übergegangen, virtuelle Veranstaltungen oder Onlinekonferenzen zu veranstalten, sodass Teilnehmer aus der ganzen Welt immer noch „vorbeikommen“ können. Und obwohl dies bei weitem nicht so lukrativ wie eine physische Konferenz ist, könnte es für die absehbare Zukunft die einzige realistische Option sein.

In diese Lücke stößt das Live-Streaming, eines der vielen Angebote der Berliner OnPoint Studios. Live-Motion-Capture ermöglicht es Unternehmen und Organisationen, von einem zentralen Ort aus mittels Performance-Capture zu senden und Effekte und Hintergründe zu einer Präsentation hinzuzufügen.

Stellen Sie sich einen TED-Vortrag vor, aber anstelle eines Menschen kann er durch eine Zeichentrickfigur oder einen fotorealistischen 3D-Avatar, einschließlich Mimik und Körperbewegungen, nahtlos in die Welt um ihn herum integriert werden. Die Übertragung kann aus dem Motion-Capture-Studio von OnPoint in Deutschland erfolgen und an jeden Ort der Welt mit einer zuverlässigen und sicheren Internetverbindung übertragen werden.

Niklas Bothe ist Leiter der Motion Capture Studios OnPoint Studios in Berlin. Er skizziert, was durch Live-Streaming erreicht werden kann.

„Es wird ein Video-Feed der Dreharbeiten geben. Wir können sogar animierte Daten senden, die in verschiedene Anwendungen eingespeist werden können. Für Konferenzen und ähnliche Veranstaltungen könnten Sie Ihren Moderator animieren und ihn durch Motion-Capture-Daten, die in Echtzeit gezeigt werden, zu einer virtuellen Figur machen. Das ist etwas, woran wir seit Jahren arbeiten.“

Als Maßnahme zur Vermeidung finanzieller Verluste ist für Organisatoren das Live-Streaming einer Veranstaltung sinnvoll. Anstatt einen Veranstaltungsort zu mieten, Betreuungspersonal vor Ort zu haben, sich gegen Stornierung zu versichern und einen administrativen Prozess für die Logistik zusammenzustellen, kann ein Studio gemietet werden, und unter Berücksichtigung der Vorbereitungszeit ein eindrücklicheres Erlebnis geschaffen werden.

Alexander S. Wolf während seines NeXR Seminar bei OnPoint Studios

Die Motion Capture Technologie bietet derzeit eine Menge. Sie erhöht nicht nur die Sicherheit für die Beteiligten, sondern bietet auch Kontinuität für die von der Pandemie schwer getroffenen Unternehmen. Darüber hinaus gibt es einen Kostenvorteil durch reduzierte Ausgaben für Reise und Unterkunft. Sie bietet auch ein immersives Erlebnis, indem ein Standard-Motion-Capture-Verfahren verwendet wird, bei dem die Charakteranimation mit der Integration von animierten Objekten verschmilzt, alles in virtueller Realität mit der UnReal Engine.

Niklas sagt: „Dies wäre eine virtuelle Welt, in der alles möglich ist. Natürlich müsste sie wie jede andere 3D-Anwendung oder Performance gestaltet werden. Aber man kann den Leuten Dinge durch eine Präsentation erklären, die sowohl interessant ist als auch auf ihre Art und Weise einzigartig wird.

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Über den Autor

Pete Carvill
Pete has been a reporter, writer, and editor since 2007, working across multiple titles and beats for publishers around the world. Based in Berlin after stints living in Tokyo and London, he maintains his own website at www.petecarvill.com, tweets at @pete_carvill, and refuses to join any group or organisation that would admit someone like himself.
November 13th, 2020

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